Tag zweihundertvierundzwanzig
Am Abend: Flutlichtspiel auf Sky TV. Die Körpersprache der Spieler lässt von der ersten Minute an keinen Zweifel aufkommen, dass der FC St. Pauli auswärts gegen den MSV Duisburg gewinnen wird. Mit stolzer Brust und einer reifen Spielanlage schaltet die Mannschaft blitzschnell nach Balleroberung in der eigenen Hälfte auf Angriff um und läuft einen Konter nach dem anderen. Zwei dieser wunderschön herausgespielten Konter schließt der FC St. Pauli bereits in der ersten Halbzeit mit Toren ab, die Entstehung der Tore gleicht sich: öffnender Pass aus dem Mittelfeld auf Linksaußen, fehlgeschlagene Abseitsfalle Duisburg, Querpass in den Strafraum, Tor. In der zweiten Halbzeit ist das Spiel auf tiefem Boden ausgeglichener, aber Glanzparaden der Torwarte auf beiden Seiten ändern nichts mehr am Spielstand. St. Pauli siegt und ist mindestens bis Montag Tabellenführer der zweiten Liga.
Mit dem Taxi ins Themroc, wo V2 Schneider ein unentschlossenes Mahl – panierter Seeteufel mit Kartoffelgratin und ausgerechnet verschiedenfarbigem Paprikagemüse – serviert bekommt.
Frage: »Warum Paprika«
Antwort: »Es ist seit Wochen grau in Berlin. Die Paprikas strahlten mich frühlinghaft an.«
Um Mitternacht betritt Jochen Irmler, der Gründer der Band Faust, mitsamt seiner Entourage das Themroc. V2 Schneider ist mit ihm verabredet. Gemeinsam besprechen sie, welche Künstler auf dem Klangbad-Festival im August auftreten sollen. V2 Schneider empfiehlt Auftritte von Kristof Schreuf, Festland und Beak> sowie DJ-Sets von Pantha du Prince, Ol’ Dirty Hossbach und Alec Empire. Da die Küche zu dieser späten Nachtstunde bereits geschlossen ist, Jochen Irmler aber zu seinem Whiskey gerne etwas essen würde, wirft Schneider den Herd an und bereitet aus den übriggebliebenen drei Seeteufelfilets, einigen Tomaten, Knoblauch und Peperoncino einen schnellen Sugo mit Rigatoni zu, den die entrückte, aber bezaubernde T. um Punkt 0:37 Uhr serviert. Die übriggebliebenen Paprikas landeten im Mülleimer.
Noch 16 Tage.