Tag zweihundertdreißig

Mit dem Taxi fuhr V2 Schneider am späten Abend ins Bonfini am Alexanderplatz. Er war dort mit N. verabredet, die er erst kürzlich in Hamburg kennengelernt hatte. Schneider bestellte Lachs-Carpaccio und Seeteufel-Saltimbocca und bat den Kellner, einen freundlichen jungen Mann aus Vicenza, beim Lachs auf jegliche Beigaben von Salat, Pinienkernen und dergleichen zu verzichten. N. bestellte nichts, dafür trank sie tapfer vom erdig-sandigen sizilianischen Weißwein. Angeregt unterhielten sie sich über die ›Church of Satan‹ und ihre hedonistisch-darwinistischen Glaubensgrundsätze, wobei Schneider N. verschwieg, dass er erst kürzlich mit dem Teufel telefoniert habe. In der 8mm-Bar wurde er nachts um ein Uhr von der Realität eingeholt und musste an ein unangenehmes Telefonat vom Vormittag denken, welches ihn daran erinnert hatte, dass der Mensch auf sich selbst geworfen ist. Er verabschiedete sich von N. und stapfte durch den vereisten Schnee nach Hause.

Wenn du in offenem Gelände unterwegs bist, belästige niemanden. Wenn dich jemand belästigt, fordere ihn dazu auf, dies zu unterlassen. Wenn er nicht damit aufhört, vernichte ihn.

Noch zehn Tage.