Tag zweihundertzweiunddreißig

Olivenöl, Knoblauch, Peperoncino, Salz und Garnelen erhitzen, nach einer kurzen Weile mit etwas Weißwein ablöschen, kleingehackte Petersilie dazugeben, mit Spaghettoni Nr. 412 servieren, dazu eine eiskalte Flasche Pinet aus der Bourgogne. Olivenöl mit Knoblauch, Peperoncino, Salz und Ingwer erhitzen, Lachssteaks von beiden Seiten kurz ziehen lassen, mit Weißwein ablöschen, dazu eine eiskalte Flasche Vernaccia di San Gimignano. Mit etwas Weißbrot servieren.

Kristof Schreuf erwähnt, dass der Mensch nichts vergisst, niemals. Selbst Alkohol und bestimmte Drogen versperren lediglich den Weg zur Erinnerung, löschen sie aber nicht. In diesem Sinne ist das Hirn des Menschen wie eine gigantische Festplatte und ebenso stoßempfindlich. Bei Kindern muss man sich die Festplatte komplett leer vorstellen, ein paar wenige gelbe, grüne, blaue, rote, orangene und lilafarbene Erinnerungsbauklötze liegen unsortiert, aber nahe beieinander. Vermutlich durchlebt jedes Kind seine komplette Vergangenheit mehrfach, erst später filtert der Mensch, verdrängt er, will er vergessen. Es ist ebenso erregend wie beunruhigend zu wissen, dass man theoretisch jederzeit Zugang zu Verschüttetem, von sich Gewiesenem erhalten kann. Im Moment des Todes durchmisst der Sterbende die Festplatte im Schnelldurchlauf.

Claude Lanzmann, erzählt V2 Schneider, habe seinen Saab in Paris damals einfach auf dem Blumenbeet vor dem Luxusrestaurant in Richelieu-Druot geparkt. Schreuf likes this (Daumen hoch) und schlägt vor, dass Schneider ein Interview mit Claude Lanzmann führen müsse, in welchem dieser ausschließlich über Sportwagen, Austern, Handfeuerwaffen, heiße Frauen, Harry’s Bar und Frühstücke im Elysée-Palast spricht, aber nicht über Politik. Schneider likes this idea (Daumen hoch), too.

Noch acht Tage.